Aikido ist nicht ego-zentrisch ;-)

Februar 3, 2007

Jules hat diese Woche eine sehr interessante Einsicht gehabt, bei der es darum geht, wo der Mittelpunkt der Kreise in den Aikido-Techniken liegt. Schon bei den Ausweichbewegungen wird klar, dass nicht Nage der Mittelpunkt der Technik ist, sondern der Punkt genau zwischen Nage und Uke. Um diesen Punkt dreht sich alles. Das macht sehr viel Sinn und so klar wie Jules das ausdrückte, hatte ich das noch nie gesehen. Witzigerweise hatte ich gerade im Training am Dienstag bei Martin an einem ähnlichen Punkt bei Irimi nage gearbeitet. Die Zentrifugalkraft kommt hier manchmal recht unhilfreich ins Spiel und bringt den Kopf des Uke, den ich ja kontrollieren will, immer weiter weg von mir. Es stellte sich heraus, dass man, um das zu vermeiden, eben nicht sich selbst zum Zentrum der Bewegung zu machen, sonden den Abstand zu nage genau wählen muss, dass das Zentrum der Bewegung zwischen uns liegt. Physisch hatte ich das am Dienstag schon kapiert, theoretisch erst jetzt, nachdem Jules das so klar formulierte. Ein Prinzip, dass sich in alle Techniken integrieren lässt.

Auch philosophisch macht das viel Sinn. Um eine harmonische Lösung in einem Konflikt zu erreichen, darf ich nicht nur mich selbst zum Zentrum des Geschehens machen – eine Konfliktlösung kann so nie zu beiderseitiger Zufriedenheit führen. Nur wenn ich ein gemeinsames Zentrum finde, einen gemeinsamen Nenner sozusagen, kann die folgende Lösung für beide akzeptabel und harmonisch sein.

Technik und Philosophie sind so eng miteinender verwoben – das fasziniert mich immer wieder auf´s Neue!

Sonja

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