Danprüfungen auf dem Herzogenhorn – O-medetou gozaimasu!!!

Juli 6, 2007

Gestern war es endlich so weit – mit Leoni, Bela und Paul im Gepäck fuhren Jules und ich zur Danprüfung auf dem Herzogenhorn. Wir waren alle weniger aufgeregt als bei der Shodan-Prüfung, aber eine Spur von Adrenalin lag trotzdem in der Luft. Jules und ich hatten beide mit unseren Knien zu tun und bis nach der Überprüfung war nicht klar, ob Volker spontan für mich bei der 2. Kata als Uke würde einspringen müssen. Aber immer der Reihe nach:

Die Überprüfung war ziemlich kurz, eigentlich hätte Jules glaube ich noch ein paar mehr Kokyu nage zeigen wollen 🙂 Alles lief bestens, wir haben sogar ein oder zwei harte Fallschul-Würfe gegen Tenchi nage einfließen lassen können, was Jules sich vorgenommen hatte. Obwohl sie recht kurz war, hat schon die Überprüfung ziemlich viel Spaß gemacht.

Als sie dann erst mal warm waren, haben meine Knie sich dann auch nicht mehr so sehr beschwert und so konnten wir dann auch die 2. Kata zusammen machen. Auch die lief gut.

2. Kata

Als nächstes kam Hanmi handachi. Dieser Teil war so kurz, dass Jules hinterher zu mir sagte: „Entweder ich bin durchgefallen oder es war sehr gut…“ Unsere Knie haben sich allerdings darüber gefreut und waren so für den Teil mit den Jo waza noch ganz gut zu gebrauchen 🙂

Letzterer war glaube ich zusammen mit dem Randori am Schluss mein Lieblingsteil der Prüfung. Da Martin ja oft Stab im Training macht, hatte Jules zum Glück ein ausführliches Repertoire an Techniken in petto, denn die brauchte er auch. Wir gingen davon aus, dass die Prüfer ansagen, wann wir wechseln bzw zum Ende kommen sollen (die Prüfer wiederum dachten, wir machen das von alleine) und deshalb haben wir immer weiter gemacht, bis Jules nach etwa 13 Techniken (6 sind gefordert) irgendwann mal mit Fragezeichen auf dem Gesicht zum Prüfertisch schaute und alle anfingen zu lachen.

Jo waza

Ich fand, dass wir eine sehr intensive, konzentrierte Stimmung bei den Stabtechniken geschaffen haben, das Tempo fühlte sich für mich sehr gut an und trotz Konsequenz und auch mal harter Fallschule waren immer Fluss und Kontakt vorhanden.

Als letztes kam dann das Randori (bei dem es wegen sprachlicher Missverständnisse fast zu rückwärtigen Angriffen gekommen wäre 😉 ) und auch wenn ein Randori wirklich sehr schwer zu beurteilen ist wenn man selbst „drin steckt“, hatte ich den Eindruck, dass es wirklich sehr gut lief. Jules hat viele Techniken gezeigt, konsequent die geforderte „harte Form“ gezeigt und war sehr präsent.

Alles in allem möchte ich Jules ein großes Kompliment für diese Prüfung machen! Besonders wenn ich überlege, dass er sich aufgrund seiner Knieprobleme vielleicht weniger intensiv auf die Prüfung vorbereiten konnte, als er das vielleicht gerne getan hätte. Es ist schön, dass auch er selbst hinterher recht zufrieden wirkte – das finde ich mit das Wichtigste.

Martin durfte sich dann auch noch für einen weiteren seiner Schüler freuen – und beim eigenen Sohn ist die Freude sicher besonders groß. Fabi hat gestern nämlich seine Prüfung zum Jugend-Dan abgelegt und auch die konnte sich wirklich sehen lassen! Besondern viel Spaß gemacht hat es mir, als er Olli gegen yokomen uchi auf die Matte gebatscht hat 🙂
Gut gemacht Fabi, du kannst stolz auf dich sein!

Fabi bei tenchi nage mit Olli

Ich freue mich sehr für die beiden Prüflinge und bin froh, dass ich bei den Prüfungen – teilweise ja sogar aktiv – dabei sein konnte. Danprüfungen sind immer irgendwie etwas besonderes. Der Prüfling darf sich präsentieren, zeigen was er kann und wer er auf der Matte ist. Denn ab dem zweiten Dan wird das ganze ja auch etwas freier und man darf in gewissem Maß selbst bestimmen, was man zeigen will, also was einem wichtig ist und welche Art Aikido man macht und das ist unter Umständen sehr spannend.

Noch dazu waren gestern sehr viele, nette Leute auf dem Horn und die Stimmung war sehr herzlich. Es waren sogar einige „alte“ Freunde aus Hamburg da und es war sehr schön, sie alle mal wieder zu treffen. Ein großer Unterschied zwischen einer Budo-Art wie Aikido und einer „normalen“ Sportart besteht für mich darin, dass man sich gegenseitig auf dem Do begleitet. Man sieht, wie andere ihre Schritte auf dem Weg gehen und kann ein Stück weit daran Anteil nehmen und sich gegenseitig unterstützen. Auch wenn man vielleicht weit voneinander entfernt wohnt. Obwohl jeder seinen eigenen, persönlichen Weg geht, sind unsere Weg doch ähnlich – und das verbindet.
Heute Abend nach dem Training ist Feiern agesagt! 🙂

Sonja

4 Responses to “Danprüfungen auf dem Herzogenhorn – O-medetou gozaimasu!!!”

  1. volkido Says:

    Das Feiern habt ihr euch verdient! Ich schließe mich der Meinung von Sonja voll und ganz an: die Prüfung von Jules war klasse. Was sie nicht erwähnt hat, ist ihre Leistung als Uke. Und die war ebenso klasse.

    Nicht nur bei der Kata ist das Zusammenspiel von Uke und Nage von großer Bedeutung. Eine Technik kann nur dann funktionieren, wenn auch der Angriff „stimmt“. Das konnten die Zuschauer auf dem Horn sehr deutlich beobachten. Ein Uke, der nicht nicht gut angreift, kann eine Prüfung sogar gefährden. Dann wirkt eine Prüfung wie eine inszenierte Aufführung.

    Bei euch hat alles gepasst: die Angriffe von Sonja und die zugehörigen Techniken von Jules. Also: herzlichen Glückwunsch an Jules und Komplimente für die Leistungen an Jules UND Sonja.

    So gesehen war ich am Ende der Prüfung froh, dass ich nicht als Ersatzmann für Sonja bei der Kata einspringen musste. Zwar hätte ich sehr gerne alles gegeben, aber Sonja hätte ich nie und nimmer ganz ersetzen können.

    Da ich nach dem Training nicht mitfeiern konnte, stoße ich von zu Hause auf euch an!

    Volker

  2. Sonja Says:

    Vielen Dank für die netten Komplimente, Volker 🙂 Ich finde es toll, dass sich immer mehr Leute mit Themen wie Ukemi (und da über das reine Fallen/Rollen hinaus) auseinandersetzen. Wieder etwas, das verbindet. Ich übersetze gerade einen Artikel über Endo Sensei, in dem es um Kontakt geht (ein Aspekt des Ukemi, der mir – wie wohl aus meinen Blogeinträgen deutlich wird 😉 – momentan wichtig ist) und werde ihn auf unsere Website stellen – für alle Ukemi-Freunde unter uns. Es gibt viel zu lernen – greifen wir´s an 🙂

    Sonja

  3. volkido Says:

    Hallo Sonja,
    du hast erwähnt, dass du einen Artikel von Endo Sensei übersetzt, in dem es um „Kontakt“ geht. Wie weit bist du mit der Übersetzung oder habe ich nicht richtig auf eurer Webseite nachgeschaut?
    Der Artikel interessiert mich.
    Gruß Volker

  4. Sonja Says:

    Hallo Volker,
    der Artikel steht schon auf der Plattenhardter Website, zu finden unter „Media“ und dann „Artikel“. Er heißt „Ki und Atteru“.
    Liebe Grüße,
    Sonja

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