Stefan hat heute abend seine Prüfung zum fünften Kyu bestanden! Herzlichen Glückwunsch, und weiter so! Es hat Spaß gemacht, dir zuzusehen 🙂 Und auch deine Uke haben einen guten Job gemacht – mittlerweile haben wir ja nun wirklich genug Leute da, die Jules und mir diesen Part der Prüfung abnehmen können. Das Werfen zum Abschluss der Prüfung lassen wir uns aber natürlich nicht nehmen und so kam auch Jules auf seine Kosten 🙂

Das nächste Mal, wenn Bernd in unserem Dojo auftaucht, werden sicher alle nervös – fast jedes Mal gab es dann zufällig auch eine Prüfung an dem Abend.

Was lernen wir alle aus Stefans Prüfung? Lernkärtchen zahlen sich aus 😉

Sonja

In unserem freien Training am Dienstag tauchte Jules mit neuen Erkenntnissen über Irimi nage auf, die wir gleich zusammen üben mussten 🙂 Es ging dabei um die Form, bei der man Uke um das eigene Bein herum führt, anstatt das Bein mitzunehmen. Es ist die gleiche Form, die Subileau beim Pfingstlehrgang gezeigt hat und die er mit dem Schwert in der Hand ohne Uke demonstrierte. Endlich hat das bei mir richtig klick gemacht und gerade auch durch das, was Jules über die Führung des Kopfes verstanden hat, hat sich mein Irimi nage innerhalb weniger Tage glaube ich ganz schön verändert. Gestern im Training in Esslingen hat Jules uns das auch sofort erst mit Schwert (super Vorübung!) und dann mit Partner üben lassen und ich muss sagen, dass mir das ganze ein völlig neues Gefühl für Irimi nage beschert hat. Und man hat am Ende echt einen satten, tollen Stand. Jetzt muss sich Shiho nage meine Zuneigung mit Irimi nage teilen 🙂 Es ist so spannend, wie man auch als Schwarzgurt Techniken immer wieder in einem völlig neuen Licht sehen kann. Aikido ist Spiel, Spaß, Spannung – wenn jetzt noch Schokolade dazu käme, wäre es für mich das ultimative Überraschungsei 🙂

Auch Koshi nage hart haben wir gestern wieder geübt und so langsam verändert sich mein Klumpfuß zu einem deutlichen aber nicht hoffnungslosen Hinken. Notiz an mich selbst: beim Eintreten eng an die Hüfte (so wie bei der weichen Form z.B. gegen ryotetori auch)!

Sonja

Boom chicka wah wah

August 21, 2007

Ok, Insider-Witze sind nur bedingt lustig, aber nach dem Training gestern Abend musste diese Überschrift einfach sein! 🙂

Bei Jules gab es gestern eine meiner Lieblings-nikkyo-Formen gegen ai hanmi – im Stand und auf den Knien – sowie kaiten nage und koshi nage hart. Letzteres betrachte ich ja quasi als meinen Klumpfuß, deshalb war ich froh, das mal ausgiebig üben zu können.

Beim Umhergehen bei ikkyo gegen ai hanmi ist mir dann aufgefallen, wie weich und harmonisch und trotzdem dynamisch und (auch wenn ich dieses Wort nur ungern hier benutze) effektiv selbst unsere Weißgurte arbeiten. Ich bin beeindruckt.

Es wurde gestern viel gelacht auf der Matte (siehe Überschrift). Das hat mir gefallen.

Sonja

PS: Peters Fotos von der Thannhütte sind online!

Shiho nage

August 17, 2007

Im Rahmen der Blogeinträge, die nach meinen Lieblingssongs benannt sind, folgt heute eine Hommage an Joss Stone: I fell in love with a boy shiho nage.

Gestern im Training in Esslingen habe ich u.a. shiho nage gegen gyaku hanmi mit Harald geübt. Fleißige Blog-Leser werden sich erinnern, dass Harald und sein legendärer, im Karate gelernter Stand schon mal hier aufgetaucht sind. Ich trainiere gerne mit Harald, weil eben jener Stand und seine immense Kraft in den Handgelenken eine echte Herausforderung darstellen und mir jedes Mal etwas beibringen – meist Bescheidenheit :-p

Nun gut, gestern war also shiho nage dran. Bei den ersten paar mal stand Harald – wie erwartet – wie Schillers Glocke, Kuzushi war noch nicht mal ansatzweise vorhanden und meine Muskeln meldeten mir, dass das, was ich da versuchte, nicht viel mit Kraftlosigkeit zu tun hatte. Ich fühlte mich in meine ersten Aikido-Jahre zurückversetzt, in denen sich meine Uke entweder aus der Technik drehen oder aber stehen konnten, ohne dass ich ihr Gleichgewicht gebrochen hatte – ganz im Gegensatz zu meinem eigenen Gleichgewicht, das ich vor allem bei der tenkan Ausführungen selbst zu verlieren schien. Grummel.

Gestern bin ich ganz gut damit klargekommen und nach etwas probieren wurde das ganze dann sogar recht fließend und mühelos, Harald hatte seinen Stand verloren und von Rausdrehen konnte keine Rede mehr sein. Klar, wie Volker gestern so schön zu mir sagte: Man muss auch mal einfach Trainieren können (Kontext: wir hatten gerade eine eher ungewöhnliche Hebeltechnik geübt, mit der wir uns erst mal vertraut machen mussten, bevor wir anfangen konnten, die Technik und Nage auszutesten). Aber mit Leuten zu üben, die nicht weich wie Butter sind, ist eine Herausforderung und wenn man das dann halbwegs hinbekommt, ist das schon auch ein klitzekleines Erfolgserlebnis.

Shiho nage tenkan gehört mittlerweile echt zu meinen Lieblingstechniken und es macht mir irre viel Spaß, weiter an dieser Technik zu feilen. Genau wie bei Irimi nage (ich finde das Synonym „20-Jahre-Technik“ eine eklatante Untertreibung) hätte ich in den ersten Jahren nie gedacht, dass das mal so sein würde. Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder und mir wird sogar der harte Koshi nage noch sympatisch. Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Sonja

Puppentheater

August 10, 2007

Gestern Abend beim Umtrunk nach dem Training in Esslingen gab es mal wieder eine nette Diskussion, bei der mehrere Stichwörter fielen, die ich kurz aufgreifen will. Zum einen ging es um Kaeshi Waza (Robby kann anscheinend Gedanken lesen, denn er sprach genau über das, was ich im letzten Blog-Eintrag auch geschrieben hatte), um Masakatsu Agatsu („Der wahre Sieg ist der Sieg über sich selbst“ siehe Kanji unten) und um Absichtslosigkeit.

Carsten schickte mir dann heute morgen einen Link zu einem Aufsatz von Kleist: „Über das Marionettentheater„. Ich hätte noch vor wenigen Jahren jede Wette gemacht, dass mich nach meinem geschmissenen Germanistik-Studium keine 10 Brauereipferde mehr dazu bringen würden, jemals wieder deutsche Dramatiker zu lesen. Wette verloren. Und ich will Ron Weasley heißen, wenn der alte Kleist nicht ganz gehörig was auf dem Kasten hatte und mich neugierig gemacht hat. Was 2 Jahre Uni nicht geschafft haben, passiert jetzt durch Aikido. Wer hätte das gedacht. Ich fand – wie Carsten angekündigt hatte – gleich mehrere Ideen, die ich bei Aikido sehe, auch in seinem Aufsatz wieder. Da geht es um Zentrumsarbeit, um Absichtslosigkeit und (meines Erachtens) auch um Masakatsu Agatsu. Aber ich will nicht zu viel vorweg nehmen – lest selbst. Und schreibt mal, was ihr dazu denkt.

Und zum Abschluss extra für Carsten: 🙂

Sonja

Spielen

August 8, 2007

Gestern bei Martin im Training haben wir gegen Ende Kaeshi Waza geübt und zu Beginn, als ich mit Oli trainierte, haben wir ein bisschen mit diversen Henka Waza rumgespielt. Dabei ist mir eine wichtige (wenn auch eigentlich offensichtliche) Erkenntnis über beide gekommen.

Um Kaeshi und Henka Waza richtig üben zu können, sind natürlich gutes bzw richtiges Ukemi gefragt – mehr denn je. Es kommt vor, dass Uke, sobald sich eine Öffnung in der Technik bietet, sofort mit Kraft kontert. Mir passiert das auch. Interessant daran ist, dass dies zeigt, dass man die Kraftlosigkeit noch nicht verinnerlicht hat. Und ich frage mich, in wie weit sich dabei auch das altbekannte Tier mit Namen „Siegeswillen“ zeigt, das in solchen Situationen instinktiv sein Haupt erhebt. Immerhin sind wir ja Teil der Evolution und daher sind solche Instinkte tief im Mensch-Sein enthalten. (Jaja, schon gut, lassen wir die Philosophie auch heute mal beiseite und kommen zur Technik zurück…) Jedenfalls habe ich gemerkt, wie – sobald Uke mit Kraft reagiert und versucht, durch diese die Technik zu blockieren – genau das passiert: ein Block. Der Fluss stoppt. Sofort. Und Uke verbaut sich selbst dadurch die Möglichkeit von Kaeshi Waza. Und er (bzw sie, hähä 🙂 ) verbaut Nage auch die Möglichkeit, in eine andere, passendere Technik zu gehen (Henka Waza). Um Kaeshi Waza zu üben, muss der Fluss aber immer aufrecht erhalten werden und beide – Nage und Uke – müssen weich bleiben, Kontakt halten und die sich bietenden Öffnungen wie Wasser nutzen, das durch eine Ritze im Boden fließt, anstatt wie ein Brecheisen.

Ich denke, Kaeshi Waza (und auch Henka Waza) schulen eben dadurch das Weich-Bleiben und die Aufmerksamkeit dafür, wann man ohne Übergang in eine andere Technik gehen kann oder die „Rollen tauschen“ kann. Und sie schulen Ukemi, denn nur wenn ich als Uke mich immer wieder neu auf Nage ausrichte, mein Fokus auf Nage bleibt, etc., kann ich die sich eventuell bietende Chance einer Kontertechnik erkennen und ohne Kraft nutzen. Vor diesem Hintergund möchte ich hier nochmal den Clip reinstellen, den wir schon mal im Newsletter hatten. Ich finde, er passt sehr gut:

http://www.youtube.com/watch?v=wMvbovk1XIE

For my own records: Habe gestern mit Bernd die Kobayashi-Version von Nikkyo geübt (Ellbogen nach unten und Richtung Ukes Zentrum führen), über die Zoran neulich gesprochen hat, und sollte mir das merken 🙂 Hat wunderbar geklappt.

Sonja

…sondern nur mit handfesten Fakten komme ich heute daher: Endlich sind die ersten Fotos vom Hüttenseminar auf unserer Website online. Vielen Dank an Volker, der ja leider nicht selbst mittrainieren, aber dafür Fotos machen konnte 🙂

Er hat außerdem auch ein paar kurze Clips gefilmt, die ich zwar nicht auf die Plattenhardter Website stellen, euch aber trotzdem nicht vorenthalten wollte. Zu sehen gibt es sie hier (ich werde sie im Lauf des Tages alle bei YouTube hochladen):

Nikkyo
Shiho nage 1
Kote gaeshi
Kokyo nage
Shiho nage 2

Sonja