Spielen

August 8, 2007

Gestern bei Martin im Training haben wir gegen Ende Kaeshi Waza geübt und zu Beginn, als ich mit Oli trainierte, haben wir ein bisschen mit diversen Henka Waza rumgespielt. Dabei ist mir eine wichtige (wenn auch eigentlich offensichtliche) Erkenntnis über beide gekommen.

Um Kaeshi und Henka Waza richtig üben zu können, sind natürlich gutes bzw richtiges Ukemi gefragt – mehr denn je. Es kommt vor, dass Uke, sobald sich eine Öffnung in der Technik bietet, sofort mit Kraft kontert. Mir passiert das auch. Interessant daran ist, dass dies zeigt, dass man die Kraftlosigkeit noch nicht verinnerlicht hat. Und ich frage mich, in wie weit sich dabei auch das altbekannte Tier mit Namen „Siegeswillen“ zeigt, das in solchen Situationen instinktiv sein Haupt erhebt. Immerhin sind wir ja Teil der Evolution und daher sind solche Instinkte tief im Mensch-Sein enthalten. (Jaja, schon gut, lassen wir die Philosophie auch heute mal beiseite und kommen zur Technik zurück…) Jedenfalls habe ich gemerkt, wie – sobald Uke mit Kraft reagiert und versucht, durch diese die Technik zu blockieren – genau das passiert: ein Block. Der Fluss stoppt. Sofort. Und Uke verbaut sich selbst dadurch die Möglichkeit von Kaeshi Waza. Und er (bzw sie, hähä 🙂 ) verbaut Nage auch die Möglichkeit, in eine andere, passendere Technik zu gehen (Henka Waza). Um Kaeshi Waza zu üben, muss der Fluss aber immer aufrecht erhalten werden und beide – Nage und Uke – müssen weich bleiben, Kontakt halten und die sich bietenden Öffnungen wie Wasser nutzen, das durch eine Ritze im Boden fließt, anstatt wie ein Brecheisen.

Ich denke, Kaeshi Waza (und auch Henka Waza) schulen eben dadurch das Weich-Bleiben und die Aufmerksamkeit dafür, wann man ohne Übergang in eine andere Technik gehen kann oder die „Rollen tauschen“ kann. Und sie schulen Ukemi, denn nur wenn ich als Uke mich immer wieder neu auf Nage ausrichte, mein Fokus auf Nage bleibt, etc., kann ich die sich eventuell bietende Chance einer Kontertechnik erkennen und ohne Kraft nutzen. Vor diesem Hintergund möchte ich hier nochmal den Clip reinstellen, den wir schon mal im Newsletter hatten. Ich finde, er passt sehr gut:

http://www.youtube.com/watch?v=wMvbovk1XIE

For my own records: Habe gestern mit Bernd die Kobayashi-Version von Nikkyo geübt (Ellbogen nach unten und Richtung Ukes Zentrum führen), über die Zoran neulich gesprochen hat, und sollte mir das merken 🙂 Hat wunderbar geklappt.

Sonja

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