(Uke) sein oder nicht sein…

November 17, 2006

Gestern im Training bei Martin haben wir fast eine Stunde lang kaiten nage soto gemacht. Das war echt super. Nicht oft hat man die Zeit, so tief in eine Technik einzusteigen und sich die Details genau anzusehen. Und Martin findet ja bekannterweise immer Details die falsch oder verbesserungswürdig sind 🙂

Auf dem Weg zum Training sprachen Martin und ich darüber, wie es ist, wenn man von einem Sensei als Uke benutzt wird. Martin meinte, da sei man wahrscheinlich schon ganz schön aufgeregt (siehe Ben´s Post von neulich). Aufgeregt? Aber hallo! 🙂 Nicht nur das. Zumindest in meinem Fall. Wie Ben schreibt will man selbstverständlich den Lehrer nicht blamieren und sich als Uke möglichst so verhalten, dass der Lehrer die Technik und seine Hinweise optimal vorzeigen kann. Ich finde aber, es ist noch mehr als das. Besonders wenn man vom eigenen Lehrer nach vorne geholt wird, hat es noch mehr Dimensionen. Meinen eigenen Lehrer möchte ich natürlich noch viel weniger blamieren, als einen fremden. Schließlich setzt er genug Vertrauen in mich um mir zuzutrauen, dass ich das da vorne auch kann. Außerdem ist jeder Schüler auch immer eine direkte Reflektion des Lehrers – irgendwo muss ich das ja schließlich herhaben, was ich zeige und mache. Last but not least kommt dann für mich noch dazu, dass ich es als Ehre und Anerkennung empfinde, wenn ich als Uke herhalten darf. Es ist eine wertvolle und unmittelbare Art, von einem Lehrer lernen zu können und nie kann man das eigene Ukemi mehr verbessern als wenn man von jemandem rumgeworfen wird, dem man 150%ig traut.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich zum ersten Mal bei einem Lehrgang Martin´s Uke war. Ich dachte alle müssten hören, wie mein Herz schlägt. Auch heute bin ich noch aufgeregt, wenn er das außerhalb unseres Dojos mit mir macht. Aber es ist eine absolut positive Aufregung und ich genieße jeden Augenblick.

In unserem Dojo in Plattenhardt zeigen Jules und ich momentan die meisten Techniken noch miteinander vor, weil wir so viele Anfänger haben und es deshalb wichtig ist, nicht nur die Technik sondern auch das dazugehörige Ukemi zu sehen. Aber eigentlich freue ich mich darauf, dass auch ihr in absehbarer Zeit so weit sein werdet, diese Rolle zu übernehmen und auf diese Art zu lernen. Es ist unheimlich bereichernd und macht einfach tierischen Spaß! 🙂

Erkenntnis des Tages: Uke werden ist sehr schwer, uke sein noch viel, viel mehr!

Sonja

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