Hüttenseminar die 2.

Juli 22, 2007

Ich mag gute Traditionen. Und ich mag gute Aikido-Seminare. Was für ein glücklicher Zufall, wenn beides zusammentrifft 🙂 Wie z.B. beim Hüttenseminar der Esslinger auf der Tannhütte, das am letzten Wochenende zum zweiten Mal stattfand. Ich bin ja manchmal eher Zweckpessimist und traue mich nicht, mich zu sehr auf etwas zu freuen, damit ich nicht durch unvorhergesehene Zufälle enttäuscht werde (wie beim Lehrgang in Kronau). Aber auf dieses Wochenende hatte ich mich echt gefreut und die Vorfreude wurde wirklich nicht enttäuscht.

Die zwei Tage auf der Hütte bevor der Lehrgang anfingen, waren schon mal eine nette Einstimmung für mich und ein Miniurlaub erster Güte. Ich habe gelernt, wie man Feuer macht und Holz hackt (vielleicht lerne ich nächstes Jahr auch, wie man letzteres macht ohne sich Blasen an den Händen und einen Sonnebrand zu holen) und mich mit Tips zum Prüfungprogramm zum 4. Kyu revanchiert. Danke, dass ich mitkommen durfte, Carsten!

Leider fing der Lehrgang für Jules dann ja nicht so gut an, weil er sich direkt vor dem ersten Training den Kopf aufgestoßen hatte und ins Krankenhaus musste, nur um sich einen Haufen Flüssigpflaster (ha – schon der erste Running Gag des Wochenendes) und eine Tetanussspritze einzufangen

Das Wetter war größtenteils besser als es hätte kommen können und schlechter als letztes Jahr. Zumindest konnten wir alle Trainings am Samstag durchziehen. Leider wurden die Lagerfeuer abends meist so gegen 22 h derbe durch Regen unterbrochen, aber der Aufenthaltsraum in dem ich mich immer irgendwie wie ein Mitglied der Trapp-Familie fühle, ist ja auch sehr gemütlich – vielleicht war es gerade dieser Charme, der dazu geführt hat, dass es dieses Mal an beiden Abenden Gesang und Gitarrenmusik gab statt nur an einem. Doch dazu später mehr.

Die Trainings waren für mich persönlich sehr intensiv und konzentriert. Dadurch, dass wir ja quasi nicht rollen konnten, kam es weniger zu Hauruck-Würfen und man musste langsamer und bewusster arbeiten. Ich habe Dinge weiter versucht auszubauen, die mich in letzter Zeit beschäftigen. Klar, das waren mal wieder Kontakt und Co. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich mein Körpergefühl beim Trainieren über die letzten Monate stark verändert hat. Ich glaube (Achtung – Widerspruch in sich selbst) dass mein Kopf weniger stark arbeitet und ich sehr viel mehr in meinem Körper bin und mehr spüre. Nicht nur mich sondern auch Uke. Ich merke mittlerweile viel besser, sobald der Kontakt zwischen mir und meinem Trainingspartner abreisst (egal in welcher Rolle ich mich befinde), was mir natürlich selbst aufzeigt, wo Probleme in meiner Technik liegen, mir aber auch besser zeigt, wo Korrektur oder Tips hilfreich sein könnten.

Jules hat es für meinen Geschmack am Wochenende wirklich gut hinbekommen, Schwert und Tai waza zu kombinieren und das Verbindende herauszuarbeiten. Dabei ist mir auch mal wieder einiges klar geworden.

Mir hat auch die Shiatsu-Session tierisch gut gefallen, obwohl es danach schon etwas Selbstmotivation gekostet hat, wieder zu trainieren (wenn ich mich nicht schwer täusche, fanden sich hinterher auf der Matte mehrere Flecken die verdächtig nach Wohlfühl-Sabber aussahen 🙂 ) .

Nach ausreichendem Training gab es dann abends lecker Essen von Ben gekocht oder vom Schwenkgrill („noch jemand Schafskäse?!“) und hinterher Whiskyprobe und 1a Gitarrenmusik von Olli, Volker und Ben. Dank Volkers Geistesgegenwart bezüglich seines Liederbuches kamen wir am zweiten Abend tatsächlich mal über die ersten Strophen hinaus (böse Zungen behaupten, es waren gar nur Fragmente, die uns einfielen – tststs). Ich fordere ein Tannhütten-Gesangbuch für 2008. Dann gibt es auch keine Entschuldigungen mehr.

Ich freue mich jetzt auf die Fotos vom Wochenende, obwohl sie natürlich nicht widerspiegeln können, wie viel gelacht wurde und wie nett die Stimmung zwischen den meist „alten Tannenhütten-Hasen“ war. Danke auf jeden Fall nochmal an Carsten für die Organisation und an Jules für die Trainings. Auch wenn mein Gedächtnis durch Whisky und Wein leicht getrübt gewesen sein mag, werde ich das Wochenende in prima Erinnerung behalten.

Sonja

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