I keep on falling…

Juli 31, 2007

Mein Blog-Titel ist heute frei nach Alicia Keys gewählt – in memoriam des Singstar-Abends vom Samstag. Da gab es Momente, die ich wohl nicht so schnell vergessen werde, und die ein oder andere Gesangsüberraschung.

Auf der Tannhütte hatte ich Gelegenheit, mit Carsten ein bisschen über Ki-Aikido zu sprechen und ich glaube ich fange langsam an, diese mir bisher eher fremde Stilart besser zu verstehen. Carsten sprach über die Idee der „idealen Fallgeschwindigkeit“, die mit ein Grundbaustein der Taigi zu sein scheint. Obwohl ich teilweise noch nicht ganz von der Idee bzw deren Umsetzung überzeugt bin (was zweifelsohne an mangelndem Wissen und Verständnis meinerseits liegt), steck da auch etwas dahinter, was ich gut finde. So ganz neu ist mir der Gedanke des „Fallen lassens“ ja nicht – ich erinnere mich da beispielsweise an die Anweisung „be like a waterfall“, die ich auf dem Lehrgang mit Frank Doran bekommen hatte. Aber die Diskussion hat mich auf neue Art daran erinnert und mich zum Nachdenken gebracht.

Mit Christian aus Claustal führe ich per E-Mail gerade eine interessante Diskussion zum Thema Ki. Was ist Ki bzw entsteht Ki aus Technik oder Technik durch Ki, etc. ? Meine Vorstellung von Ki hat sich über das letzte Jahr sehr verändert und momentan betrachte ich Ki nicht als Energie, die aus mir heraus entsteht, sondern die durch mich durch fließt. Ich nutze nur etwas, das sowieso schon da ist, indem ich mich dafür öffne und indem ich (mal rein technisch gesehen durch richtige Position, Ma-ai, etc.) die notwendigen Vorraussetzungen dafür schaffe, dass diese Energie oder Kraft von dort wo ich sie herhole bei Uke ankommt. Gestern Abend im Training sagte ich z.B. bei Ikkyo tenkan, dass man sich die Kraft aus dem Boden holt. Bei Entwurzelungs-Techniken erscheint mir das ganz klar und auch überhaupt nicht esoterisch. Um bei Ikkyo tenkan zu bleiben (genauer gesagt die Stelle, wo man hinter Uke eintritt und den Ellbogen hinter Uke und nach oben führt): Ich bringe meinen Körper in eine Position, in der er die Verbindung zwischen Erde und Uke ist. Je stärker Uke drückt und dagegen hält, desto stärker werde ich bzw desto stärker ist die Kraft, die wieder zu Uke zurückkommt, denn die Erde kann Uke ja schlecht wegdrücken 🙂 Ich nutze also nur die „Kraft“ der Erde ohne selbst Muskelkraft anwenden zu müssen. Das geht natürlich einher mit adäquater Technik – ohne diese kann die erwähnte Kraft nicht „angezapft“ werden.

Genau so stelle ich mir das mit dem Fallen-lassen vor. Nur wenn ich mich an der richtigen Stelle befinde und das richtige Timing habe, kann ich die Kraft der Natur (ganz konkret in diesem Fall die Schwerkraft – auch eine Kraft/Energie die von der Erde ausgeht, wie mir gerade auffällt) ausnutzen. „Aikido is the art of hitting people with planets.“ Keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber ihn oder sie würde ich echt gerne mal kennenlernen, denn ich finde in diesem Spruch, der mir erst wie ein netter Witz erschien, immer mehr Wahrheit.

Auf die weiteren Konnotationen des Fallen-lassens im philosophischen Sinn muss ich wohl nicht weiter eingehen. Sabine sagte neulich zu mir „Aikido ist echt wie das Leben. Es geht immer nur darum, loszulassen.“ Wohl wahr.

Sonja

PS: Was ich noch erwähnen wollte: Gestern hatten wir außer Heike und Oli auch zwei Yudansha zu Gast im Training (Sven und Zoran) und ich hatte den Eindruck, dass dadurch das Training an Dynamik gewonnen hat. Selbst wenn die Danträger mal unter sich trainieren anstatt mit einem Kyugrad, steckt das dynamische Trainieren offensichtlich an und breitet sich über die Matte aus. Mentale Notiz: Dynamischer vormachen, dann wird auch dynamischer trainiert.

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